An image of Greek Jews (image extracted from the Jewish Museum of Greece)

Geschichte der griechischen Juden

Die jüdische Geschichte reicht weit in die Vergangenheit zurück. Die Entdeckung einer Inschrift aus Attika aus den Jahren 300–250 v. Chr. ist der älteste archäologische Beweis für jüdisches Leben in Griechenland.

Viele Jüd:innen wanderten in der Römerzeit nach Griechenland aus und gründeten die byzantinischen jüdischen Gemeinden. Diese Gemeinden siedelten sich im 12. Jahrhundert n. Chr. hauptsächlich in Städten auf dem Festland und auf den größten griechischen Inseln nieder. Später erhielten sie den Namen „Romanioten”. Sie übten Hauptteils Tätigkeiten in den Bereichen Weberei, Textilfärberei und Seidenindustrie aus. Die „Romanioten” sprachen bereits Griechisch und waren sogar in der Lage, mit Hilfe hebräischer Buchstaben in griechischer Sprache zu schreiben.

Während der Besatzung durch die Osmanen war die Gesellschaft in muslimische und nicht-muslimische Menschen unterteilt. Letztere wurden weniger respektiert, durften jedoch ihren Glauben ausüben und hatten eingeschränkte Autonomie in Gemeinschaftsangelegenheiten. Nach einiger Zeit erkannten die Osmanen die Bedeutung einer aktiven jüdischen Bevölkerung, weshalb das Osmanische Reich die verfolgten spanischen und portugiesischen Jüd:innen ins Land ließ. Diese wurden Sephardim genannt und hatten ihre eigene Sprache (Ladino), Kultur und Bräuche. Es kamen jedoch auch einige kleinere Gruppen aus Ungarn und Süditalien.

Eine Geschichte über eine sephardische Familie in Griechenland während des Zweiten Weltkriegs kann hier nachgelesen werden.

Thessaloniki, eine Stadt im Norden Griechenlands, hatte zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert eine der größten jüdischen Gemeinden der Welt. Weitere bedeutende Gemeinden gab es auf Rhodos und Kreta. Vor allem letztere war für die Entwicklung der rabbinischen Philosophie bekannt.

Ein enormer Fortschritt für die griechischen Jüd:innen war die Gründung des modernen griechischen Staates im Jahr 1832, die zur Folge hatte, dass allen Bürger:innen (einschließlich der jüdischen Bevölkerung) von 1882 bis 1920 die gleichen Rechte gewährt wurden und alle jüdischen Gemeinden im Land als juristische Personen anerkannt wurden.
Nach den Balkankriegen (1912-1913) wurden die griechischen Grenzen erweitert, wodurch die Zahl der
Jüd:innen in Griechenland auf einen Höchststand von etwa 100.000 stieg.

Während des Zweiten Weltkriegs kämpften die griechischen Streitkräfte (die zu einem großen Teil aus Juden bestanden) gegen die Angriffe Italiens (1940) und Deutschlands (1941). Dennoch wurde fast jede jüdische Gemeinde während der Besatzungszeit durch die Morde in den Vernichtungslagern vollständig ausgelöscht. Nur 13 Prozent der jüdischen Bevölkerung aus der Vorkriegszeit überlebten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs schrumpfte die jüdische Gemeinde Griechenlands aufgrund einer großen Emigration – hauptsächlich in die USA und nach Israel – noch weiter. Deshalb gibt es heute nur noch etwa 9 jüdische Gemeinden in Griechenland mit insgesamt 5.000 Juden.

Obwohl in der Vergangenheit viel passiert ist, hat die griechisch-jüdische Bevölkerung immer eine sehr aktive Rolle im öffentlichen Leben des Landes gespielt. Ein Beispiel dafür ist die jüdische Vertretung im Parlament und im Senat (der inzwischen abgeschafft wurde).

(Bild- und Textinformationen wurden der folgenden Website entnommen: Jüdisches Museum Griechenlands)

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